Food Design
>>Aller Augen warten auf dich, oh Herr. Und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine milde Hand auf und sättigest alles, was da lebt, mit Wohlgefallen.<< [Psalm 145, 15+16]
“Große Augen machen” – das können vor allem Kinder sehr gut. Dass ihnen oftmals ‘große’ Augen bescheinigt werden, hat dabei aber sicherlich weniger mit dem Kindchenschema, als vielmehr mit ihrem staunenden, bewundernswert ehrlichen Blick zu tun. Er drückt Begeisterung aus, ist auf das Wesentliche fokussiert und schafft es, andere Menschen vollkommen puristisch und unaufdringlich anzuschauen, ohne dass es als unangenehmes Starren empfunden wird. Kinderaugen sind ehrlich und aufrichtig. In ihnen entdeckt man das Gute, das Unschuldige ihres Gemütes. Augen als Spiegelbilder der Seele…
Der Verfasser des oben zitierten Psalms schreibt ebenfalls von Augen – von Augen, die auf Gott warten. Er personifiziert sie und bezieht sich damit auf die bereits geschilderte Funktion der Augen als Repräsentanten unserer Person. In diesem Sinne stehen Augen für einen im Wechselverhältnis stehenden Dualismus: Auf der einen Seite sind sie die gläsernen Organe, mit denen wir die Welt beschauen, auf der anderen Seite die Fenster, durch die Außenstehende in unser Seelenleben blicken können. Und gerade das ist es, was auch Gott mit uns macht: Er schaut uns tief in die Augen – ehrlich, ungezwungen und interessiert wie ein Kind. Er weiß, wessen wir bedürfen und was wir uns wünschen. Und sogar noch viel mehr als das: Er weiß sogar, wann etwas gut für uns ist und gibt es uns aus seiner unendlichen Güte heraus zur richtigen Zeit. ‘Er tut seine milde Hand auf und sättiget alles, was da lebet, mit Wohlgefallen’, heißt es. Zudem sagt Jesus in Joh. 6,35: “Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.” So groß und mächtig Gott also ist, versäumt er es dennoch nicht, sich unserer Bedürfnisse anzunehmen, und sie zu befriedigen. Das gilt sowohl für unser Leben als Gesamtheit, dem Gott durch Jesus Christus eine lohnende Perspektive und ‘Leben im Überfluss’ verleihen möchte, sondern auch für Aspekte des täglichen Lebens. Er möchte uns persönlich und physisch versorgen und er tut es auch.
Aus diesem Grund ist es lohnenswert, einen dankbaren und wertschätzenden Blick für das zu entwickeln, was wir tagtäglich aus seiner Hand empfangen dürfen. Zumal sich bei genauerer Betrachtung zeigt, dass Gott selbst für diese Dinge einen unglaublich ästhetischen Geist besitzt. Deshalb sei an dieser Stelle dazu eingeladen, dankbar die Augen aufzumachen wie faszinierte und unverfälschte Kinder, und einen Blick auf die Güter zu werfen, die uns so vertraut sind, weil sie uns wiederkehrend am Küchentisch begegnen. Dinge in unserer täglichen Umgebung können faszinierender sein, als man denkt, und Gnadengeschenke sind sie obendrein. Also: Augen auf…
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